2. Nationalsozialistisches Gedanken"gut"

Auch wenn im Folgendem versucht werden soll, den NS-Aussagen eine gewisse Struktur und Übersicht zu vermitteln, so kann jedoch auch nicht vergessen werden, dass die Kernpunkte der NS-Ideologie im Zusammenhang stehen und sich zumeist auch reziprok bedingen.

2.1. Führerprinzip

Unter dem Führerprinzip ist die Entwicklung einer mit diktatorischen Vollmachten ausgestatteten Herrschaftskultur zu verstehen. Die Entscheidungen des Führers sind als unfehlbar und unanfechtbar zu betrachten. Der Führerkult, als ein wesentliches Merkmal nationalsozialistischer Rechtsauffassung, war an die Person Adolf Hitlers gebunden und kam in Ausführungen, wie "der Wille des Führers ist Gesetz"12 oder der "Befehl des Führers ist der gesetzte Volkswille"13 zum Ausdruck.

Nach nationalsozialistischer Ansicht war eine Gewaltenteilung (Legislative, Exekutive und Judikative) mit der NS-Staatsauffassung nicht vereinbar, da diese eine »Einheit der Ideengrundlage« und die »Einheit des Führerprinzips« forcierte14. Somit widerspricht auch die Fortexistenz des Reichstages nach 1933 nicht dem "Führerstaat", da dieser von Hitler zu einem Akklamationsorgan degradiert wurde, um seinen Regierungserklärungen einen besonders feierlichen und würdigen Rahmen zu verleihen15. In Hitlers Kalkül sollte der Reichstag vorrangig die Einigkeit des deutschen Volkes unter seinem "Führer" dem Ausland vor Augen geführt werden16.

Ausdruck des Führungsprinzips ist demnach die Zentralisation der Macht und Konzentration auf den Führer: »Es gibt heute nur eine einzige Macht in Deutschland. Das ist die Macht des Führers.«, so Reichsjustizminister Frank 1936 in seiner Rede auf dem Deutschen Juristentag.17

2.2. Rassenlehre

Die nationalsozialistische Rassenlehre, die auch im Parteiprogramm der NSDAP verankert war, enthielt vornehmlich zwei Kerngesichtspunkte: den Völkischen Nationalismus und den Antisemitismus.


Fußnoten:

12) Höhn, DR 1934, S. 433.
13) Heckel, S. 325.
14) Eisenhardt, Rdnr. 642.
15) Eisenhardt, Rdnr. 643.
16) Hubert, S. 371.
17) zit. nach Eisenhardt, Rdnr. 642.


Geschichte der Juristenausbildung

Seminararbeit: "Die Juristenausbildung unter dem Einfluss nationalsozialistischen Gedankengutes"






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